Ich möchte mit diesem Beitrag
versuchen, zumindest eine kleine Lobby zu finden für kranke Tiere.
Zunächst einmal ist es
verständlich, dass jeder Interessent natürlich ein gesundes
Tier haben möchte, dafür gibt es viele Gründe z.B.
finanzieller Art, den Zeitaufwand betreffend und natürlich auch
die emotionale Seite. Auch wir Tierschützer würden nach
Möglichkeit gerne nur gesunde Tiere vermitteln aber leider sieht
die Wirklichkeit oftmals ganz anders aus.
Wenn wir ein ausgesetztes, hungerndes
Tier finden, dann wird des zunächst mit Futter versorgt und dann
dem Tierarzt vorgestellt. Vor allem bei jungen erwachsenen Tieren kommt
es dann ab und zu vor, dass der Test auf die sog. Mittelmeerkrankheiten
positiv ausfällt, d.h. der Hund hat z.B. Leishmaniose. Dies ist
zwar eine nicht heilbare Krankheit, aber sie ist hier in Deutschland
sehr gut behandelbar.
Diese Tiere können genausoviel Lebensfreude, -qualität und
–erwartung wie jeder gesunde Hund auch haben. Sicher ist der
finanzielle Aspekt ein kleiner Mehraufwand, jedoch kann auch ein
offensichtlich "gesunder" Hunde durch "normale" Krankheiten Kosten
verursachen - das weiss man vorher ja in keinem Fall.
Schon einige Hunde konnten wir so ganz toll vermitteln, ob nun der Hund
3 Beine hatte, blind war oder an Leishmaniose litt - leider sind diese
Vermittlungen dennoch die Ausnahme, die Tiere mit Handicap bleiben
meist
letztendlich doch bei uns selbst, es werden so immer mehr, auf Dauer
können wir nicht all diese Handicaphunde, die ja nicht weniger
werden, ein Leben lang bei uns aufnehmen. Wir brauchen für diese
Tiere VERANTWORTUNGSBEWUSSTE Endplätze!
In Spanien ist es üblich, seine Hunde aus dem fahrenden Auto zu „entsorgen“, dabei verletzen sich die Tiere häufig, verkriechen sich dann und wenn sie wieder auftauchen und man sie findet ist es oft zu spät um z.B. einen Vorder- oder Hinterlauf noch zu retten, so dass nur eine Amputation bleibt.
Wenn ausgesetzte Welpen nicht schnell genug gefunden werden kann es passieren, dass es durch Mangel an bestimmten Nährstoffen zur Erblindung kommt, die irreparabel ist.
Das sind nur einige Beispiele
dieunsere Frontfrau in Spanien, Fr. Less, immer wieder erlebt.
Wenn wir solche Tiere finden, was
sollen wir tun??? Diese Frage stellt sich für Helgard einfach
nicht, jedes Tier wird mitgenommen und versorgt, selbst wenn nur der
Hauch einer Chance besteht!
Wir wissen genau, dass eine
Vermittlung dann sehr schwer wenn nicht sogar unmöglich sein wird,
aber wir können uns doch nicht abwenden und diese Tiere ihrem
Schicksal überlassen. Dies würde entweder den langsamen
grausamen Tod durch Dahinvegetieren bedeuten oder aber den schnellen
grausamen Tod in der Tötungsanstalt. Wenn man diesen Tieren in die
Augen sieht, dann kann man das nicht!!!
Es gibt sehr viele Menschenin Spanien,
auch gerade solche die sich Tierschützer nennen, die wegsehen und
vorbei fahren, die eine Auswahl treffen unter den Findlingen, die
selektieren nach den Kriterien „gut oder schlecht vermittelbar“ und die
dann Fälle wie oben genannt eben bewusst übersehen bzw. sie
nach einer Diagnose wieder auf die Straße zurückbringen bzw.
diese dort einfach liegenlassen.
Wir können das nicht und haben
deshalb häufig große Schwierigkeiten, diese Tiere mit
Handicap zu vermitteln. Dabei sind es nach unserer Erfahrung gerade
diese Tiere, die durch ihre Dankbarkeit und Anhänglichkeit so viel
zu geben haben, wenn man sich denn für sie entschieden hat.
Ich möchte hier an alle die
diesen Artikel lesen appellieren, sich einmal mit dem Gedanken
auseinander zu setzen und hoffentlich auch anzufreunden, so einem Tier
eine Chance zu geben.
Es wird mit Sicherheit Ihr Leben bereichern wenn Sie es schaffen, Ihre
Vorurteile und Ängste zu überwinden und gegen den Strom zu
schwimmen.
Wenn mein Beitrag einem kranken Tier
zu einem schönen Zuhause verhelfen würde, wäre dies
schon ein großer Erfolg, ich zähle auf Sie!!!
