NURI (früher Cindy)

Liebeserklärung an Nuri

    

Es war der 20. Oktober 2006, als ich Nuri (damals Cindy) zum ersten Mal bei enimal.de sah. Ihr ängstlicher Blick ließ mich nicht mehr los und noch am gleichen Abend telefonierte ich mit Frau Snedker. Danach stand fest, dass Nuri unser neues Familienmitglied werden sollte. Frau Less versuchte nun einen Flugpaten von Malaga nach Frankfurt zu finden, was aber leider keinen Erfolg hatte. Viele Leute wissen nicht, wie einfach es ist, einem Tier einen Flug in ein schönes Zuhause zu ermöglichen. Nach 4 Wochen ungeduldigem Warten entschlossen wir uns, Nuri einfach selbst abzuholen. Mein Sohn flog also am 17. November nach Malaga und holte Nuri nach Hause. Meine Tochter und ich standen in Frankfurt am Flughafen und warteten. Endlich kam die Transportbox mit Nuri. Sie war müde und hatte große Angst. Wir waren überglücklich, dass sie endlich bei uns war.


In der ersten Woche verließ sie ihre Flugbox kaum. Nachts weinte sie und heulte wie ein junger Wolf. Sie vermisste ihr Rudel. Wir redeten sehr viel mit ihr und versuchten ihr Vertrauen zu gewinnen. Aber ihre Angst war einfach zu groß. Nur wenn sie sich unbeobachtet fühlte, erkundete sie die Wohnung, aber bei dem kleinsten ungewohnten Geräusch verschwand sie sofort wieder in ihrer Flugbox. Irgendwann setzte mein Sohn sich vor ihre Box und lockte sie mit Leckerli, die er immer näher zu sich legte. Ich weiß nicht wie lange er da saß, aber irgendwann kam sie vorsichtig heraus und holte sich das Leckerli. Er wiederholte das immer wieder. Und kaum zu glauben, zum Schluss hat sie es ihm von der Hand genommen. Danach kam sie immer wieder heraus, wenn man ihr die Hand hingehalten hat. Für uns war das ein großer Fortschritt. Nach 2 Wochen entschlossen wir uns, Nuri die Flugbox abzunehmen und sie nur noch nachts darin schlafen zu lassen. Sie machte nun immer mehr Fortschritte. Sie legte sich zu uns auf die Couch und lies sich streicheln. Oder sie bellte uns an und brachte uns ihr Spielzeug. Dann war sie nicht mehr zu halten und rannte wie wild dem Ball hinterher. Ihre Ängstlichkeit war dabei vollkommen verschwunden. Dann fing meine Tochter an, ihr Kommandos beizubringen. Nuri ist ein sehr gelehriger Hund und meine Tochter eine geduldige Lehrerin. In kürzester Zeit konnte Nuri Sitz, Platz und gab Pfötchen. Und für ein Leckerli tut sie sowieso (fast) alles.


 
Mittlerweile geht Nuri auch gerne in die Hundeschule. Es macht ihr großen Spaß Neues zu lernen und ihre anfängliche Scheu gegenüber den anderen Hunden und Menschen dort hat sich schnell gelegt. Sie versucht immer alles richtig zu machen, auch wenn ihre Angst sie manchmal noch daran hindet. Aber mit jedem Tag, den wir dort sind, wird sie mutiger.

 

Nuri ist nun seit 7 Monaten bei uns und aus ihr ist schon fast ein richtiger Hund geworden. Ohne die Hilfe vieler netter Menschen hätten wir das sicher nicht so schnell geschafft. Danke an unsere Nachbarin, die im Tierheim arbeitet, sehr viel Ahnung von Hunden hat und uns mit Büchern versorgt hat, die das erste Mal mit uns Gassi gegangen ist und auf jede Frage eine Antwort weiß. Danke an den Vater des besten Freundes meines Sohnes, der eine Hundetrainerausbildung hat und uns mit seiner Erfahrung viel geholfen hat. Danke an Frau Snedker, mit der ich viele ungezählte Stunden telefoniert habe und die immer einen Rat für mich hatte (und sicher auch in Zukunft noch hat). Die Gespräche mit ihr haben mir viel Kraft gegeben und mich bestärkt, dass es richtig war, diesem extrem ängstlichen Hund eine Chance zu geben. Danke vor allem aber an Frau Less, die sich in Spanien aufopferungsvoll um die Tiere kümmert und ihnen ein schönes Zuhause in Deutschland erst ermöglicht.


Die Geschichte von Nuri ist vielleicht etwas länger geworden als üblich, aber ich möchte anderen Menschen damit zeigen, dass die Entscheidung für einen ängstlichen Hund niemals falsch sein kann. Man braucht zwar sehr viel Geduld und sehr viel Kraft, aber es lohnt sich. Denn das was man zurückbekommt, ist unbezahlbar. Wenn Nuri sich an mich kuschelt, wenn ich auf der Couch sitze, wenn sie mich stürmisch und jaulend begrüßt als wäre ich 14 Tage weg gewesen, obwohl ich nur kurz im Keller war, wenn sie mich bei allem was ich tue aufmerksam beobachtet, dann weiß ich, dass dieser Hund genau der Richtige für uns ist. Für nichts auf der Welt würden wir sie wieder hergeben.

 

Danke für diesen wunderbaren Hund!